Gewinnausschüttung in 2008 oder 2009 vorteilhafter?

Zum 01.01.2009 steht ein Systemwechsel bei der Besteuerung der Einkünfte aus Kapitalvermögen von Privatanlegern an (siehe auch compact Spezial zur Abgeltungsteuer aus November 2008).

Diese werden künftig im Rahmen der Abgeltungsteuer einem einheitlichen Steuersatz von 25 % (jeweils zzgl. Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer) unterworfen. Bei Anteilen an Kapitalgesellschaften im Betriebsvermögen tritt das Teileinkünfteverfahren an die Stelle des Halbeinkünfteverfahrens. Unter bestimmten Voraussetzungen kann es daher steuerlich sinnvoll sein, in einer Kapitalgesellschaft thesaurierte Gewinne und/oder ggf. laufende Gewinne (Vorabausschüttung) noch im Jahr 2008 auszuschütten, wenn die Anteile im Privatvermögen oder im Betriebsvermögen einer gewerblichen Personengesellschaft gehalten werden. Aus diesen Veränderungen ergeben sich folgende Empfehlungen:

1. GmbH-Anteile oder Aktien im Privatvermögen
Werden Anteile an einer GmbH oder einer AG im Privatvermögen gehalten, unterfallen Ausschüttungen im Jahr 2008 noch dem Halbeinkünfteverfahren. Dies führt zu einer geringeren steuerlichen Belastung als bei Anwendung der Abgeltungsteuer, wobei der Entlastungseffekt mit sinkenden Steuersätzen sogar noch zunimmt.

2. GmbH-Anteile oder Aktien im Betriebsvermögen
Befinden sich die Anteile im steuerlichen Betriebsvermögen einer Gesellschaft, bei der das Wirtschaftsjahr mit dem Kalenderjahr übereinstimmt, so unterliegt die Ausschüttung von Gewinnen ab 2009 dem Teileinkünfteverfahren und damit mit einem Anteil von 60 % statt bisher 50 % (Halbeinkünfteverfahren) der Besteuerung und führt damit zu einer höheren steuerlichen Belastung.

Der Zeitpunkt des Zuflusses der Gewinnausschüttung ist über einen Gewinnausschüttungsbeschluss (ggf. auch Vorabgewinnausschüttungsbeschluss) steuerbar.

Auch bei der Veräußerung von Anteilen an Kapitalgesellschaften von mindestens 1 % Beteiligungsquote ergeben sich Vorteile durch das Vorziehen des Verkaufs in das Jahr 2008.

Abschließend sei noch darauf hingewiesen, dass der mit einer mehrjährigen Thesaurierung einhergehende Steuerstundungseffekt den Vorteil eines Vorziehens der Ausschüttung in das Jahr 2008 kompensieren kann. Mit anderen Worten: Je nach den Verhältnissen im Einzelfall kann es günstiger sein, die Ausschüttung auf spätere Jahre zu verschieben, anstatt sie in das Jahr 2008 vorzuziehen.

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Olaf Buchholz

Markus Konheiser

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